Der heilige Benedikt verpflichtet in seinen Regeln Äbte zur Anpassung an die Zeitumstände und räumlichen Gegebenheiten. Benedikt verfügt in fast jeder Anordnung, dass der Abt, soweit er es anders handhaben wolle, dies nicht nur tun dürfe, sondern mit dem Einvernehmen des Ordensrates sogar tun solle. Deshalb ist die Benediktinerregel immer und überall lebbar.
Jedes moderne Kloster kann zeigen, was im wahrsten Sinne des Wortes an Anpassungsfähigkeit, Orientierungssinn und Gestaltungskraft in der Regel des heiligen Benedikts steckt. "Unsere Tradition ist es, fortschrittlich zu sein; unseren Fortschritt verdanken wir einer großen Tradition." Dieser Satz stammt aus dem gemeinsamen Leitbild von Mönchen und Mitarbeitern klösterlicher Wirtschaftsbetriebe und bringt dadurch die Verbindung der 1500 Jahre alten Geschichte der Benediktiner mit dem Klosterleben heute zum Ausdruck.
Die Klosterökonomie stellt sich heutzutage als Zusammenschluss verschiedener Unternehmen dar, die einerseits wirtschaftlich erfolgreich sind, andererseits durch Ausgewogenheit von mönchischer Tradition und ökonomischer Innovation ein besonderes Maß an Glaubwürdigkeit vermitteln. Der Lebensunterhalt der Mönche und der Gebäudeunterhalt der Benediktinerklöster in München und Andechs werden primär aus den Erträgen bestritten.
Zentrale Aufgaben sind die Betreuung von Pfarreien, Obdachlosenarbeit, die Führung von theologischen Bibliotheken, kulturelle Angebote und die Landwirtschaft. Wären die Benediktiner in ihren Unternehmungen weniger erfolgreich, würden sich die Mittel für die pastoralen, karitativen und kulturellen Angebote zwangsläufig reduzieren. Aus der Sinnerfüllung ihrer Arbeit schöpfen Mönche und Mitarbeiter genug Motivation, mit Freude und Aufgeschlossenheit diese vielseitigen klösterlichen Unternehmen zu erhalten und zu gestalten. |